Basisdemokratie bei den Grünen zukunftsfähig?
Heute habe ich die offizielle Benachricht der Wiener Grünen über meine Aufnahme als Unterstützer bekommen. Dieser Status ermöglicht mir bei einigen Entscheidungen auf basisdemokratische Weise mitzu(be)stimmen.
Nach dem langen Hick-Hack um die Grünen Vorwählen und dem sehr interessanten Zwischenstand(Grünmitglied aus OÖ wurde nicht als Unterstützer in Wien angenommen) bin ich trotzdem davon überzeugt, dass reine Basisdemokratie(Wikipedia) nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann.
Und damit stehe ich wohl nicht alleine da:
Balance statt Basis
Jede Person die Politik nicht nur aus der Zeitung kennt weiß, dass Basisdemokratie ein längst totes Konzept einer bereits vergrauten 68er-Generation ist. Sobald die kritische Gruppengröße von 15 Leuten überschritten wird, ist die Angelenheit zu komplex, um sie basisdemokratisch zu lösen.
Man muss ja nicht gleich so stalinistisch sein wie die SPÖ, aber auch fortschrittliche Menschen werden irgendwann begreifen müssen, was für einen unfassbaren Wert eine gute Führung hat. Als Folge des Totalitarismus des 20. Jh. ist die Basisdemokratie eine logische Gegenreaktion. Nach 40 Jahren des Scheiterns der postmodernen Linken, sollte man sich auf eine vernünftige Balance zwischen Führung und Partizipation einigen.(Kommentar derstandard.at)
Van der Bellen
Na sicher. Im Gegensatz zu Voggenhuber rede ich darüber nicht öffentlich. Nur so viel: Gegenwärtig wollen alle überall mitentscheiden. Das muss sich ändern. Wenn die Partei mit den bisherigen Strukturen weiterarbeiten will, sehe ich große Probleme.(Interview derstandard.at)
Ich denke hier muss viel Arbeit geleistet werden, um die Partei umzustruktrieren. Man sollte vielleicht web2.0 Tools und andere Kollaborations bzw. Wissensmanagement Tools darauf untersuchen (oder untersuchen lassen), ob sie sich für parteiinterne oder die -externe Kommunikation eignen würden. Natürlich setzt dies eine Organisationskultur voraus, welche Akzeptanz für solche Systeme bilden kann. Damit man zb. nächstes Mal in Wien weiß, dass Hr. Lindinger in OÖ eh schon Mitglied ist
Wie gesagt viel Arbeit!
Das Gute ist, dass du jetzt als Unterstützer wirkungsvoller Austreten kannst wenn es dir nicht passt
ein schwacher Trost…
okay, der Satz von VdB “Gegenwärtig wollen alle überall mitentscheiden. Das muss sich ändern.” ist in der Tat schwer erklärungsbedürftig. Meine Theorie ist aber, dass er NICHT die Basis gemeint hat (also uns) sondern die allem Ansschein nach bereits hinreichend erstarrten inneren Strukturen, Gremien etc.
Aber vielleicht sollte man ihn das fragen. Öffentlich.